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Roadtrip zu La Marzocco nach Florenz by tomschiessl

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Kurz nach der Coffeena, genauer gesagt am 30.06.09, haben Thomas Schweiger und ich uns auf den Weg nach Florenz gemacht. Die Eindrücke der Coffena noch in unseren Köpfen waren wir schon gespannt, was uns in Florenz bei La Marzocco erwarten würde.

Thomas ist mittlerweile Händler von La Marzocco und wir waren zu einem zweitägigen technischen Workshop in Florenz eingeladen. Ich möchte euch einige unserer Eindrücke der Reise schildern, erwartet hier aber bitte keine technischen Details.

Anreise - Dienstag
Am Sonntagabend sind wir über Frankfurt zu Thomas nach Ansbach, dann am Montag weiter nach Ingolstadt und von dort aus Dienstag in der Früh, nach ein paar Stunden Schlaf, weiter nach Florenz.

Durch den wenigen Schlaf der Tage zuvor gab es dann bei Innsbruck die erste richtige Kaffeepause. Und wir wären ja nicht radical, wenn wir nicht unsere mobile Kaffeebar dabei gehabt hätten. Also Handmühle, Gaskocher, guten Kaffee (COE #4 Guatemala) und Aeropress ausgeladen und erst einmal „Kaffee gekocht“.

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Einige andere Besucher des Parkplatzes haben uns zwar etwas seltsam angesehen, aber was macht man nicht alles für eine gute Tasse Kaffee. In Italien haben wir dann auch die Raststätten getestet, aber die Espressi dort waren leider nicht die Besten.

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Nach ungefähr 10 Stunden Reisezeit sind wir gut in unserem Hotel Lorenzo il Magnifico in Florenz angekommen und hatten noch etwas Zeit, bis wir mit  Enrico von La Marzocco zum Essen verabredet waren. Also erst einmal eingecheckt und dann in einer kleinen Bar in der Nähe von unserem Hotel, diesmal mit einem kühlen Bier, relaxed.

Der erste Abend - Dienstag
Um 20 Uhr haben wir uns in der Lobby mit Enrico und zwei Deutschen,  Franz Liegl und Jürgen Prüll, beide aus Weiden, getroffen und sind in eine kleine Pizzeria in Florenz gegangen. Wir hatten einen gemütlichen Abend und einige interessante Themen. Ein wichtiges Thema war für mich der Punkt Temperaturprofile vs. Druckprofile. La Marzocco hält die Extraktionstemperatur konstant und arbeitet gerade daran, das der Barista den Druck während des Brühvorgangs variieren kann. Ich bin schon auf die neuen Maschinen gespannt, wie weit man mit den Druckprofilen die Extraktion beeinflussen kann und wie der Vergleich mit Maschinen ausfällt, die ein Temperaturprofil während der Extraktion anbieten.

Technisches Training Tag 1 - Mittwoch
Um 9 Uhr ging es von unserem Hotel aus zu La Marzocco. Die Firma liegt etwas außerhalb von Florenz, in Pian Di San Bartolo. Dort gab es erst noch an der Kaffeebar von La Marzocco einen guten Kaffee - Thomas hatte seinen Standard Blend aus dem Laden dabei - und wir lernten noch einige Mitarbeiter kennen.

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Nach unserem Kaffee hatten wir zunächst eine Werksbesichtigung. Auf der ersten Station unserer Besichtigung haben wir uns einige der alten Maschinen von La Marzocco angesehen und erfuhren etwas über die Geschichte der Firma.

1927 wurde La Marzocco von den Brüdern Giuseppe und Bruno Bambi in Florenz gegründet. Die erste Kaffeemaschine mit horizontalem Boiler wurde 1939 in Florenz entworfen und eine weitere wichtige Innovation war das Zwei-Boiler-System mit saturierten Brühgruppen.

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Weiter ging es in die Produktionshallen. Dort konnten wir den Zusammenbau der Maschinen besichtigen. Im Grunde gibt es zwei Modellvarianten bei La Marzocco zum einen die Linea und zum anderen die GB5. FB70 ist technisch wie die Linea aufgebaut, hat aber ein anderes Gehäuse, ebenso baut die FB80 und die GS/3 auf der Technik der GB5 auf.

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Jede Maschine sitzt auf einem eigenen Wagen und wird darauf Stück für Stück zusammengesetzt. Auch alte Maschinen werden wieder restauriert (s.u.).

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Bei unserem Rundgang konnten wir bereits einen Prototypen der nächsten Generation sehen, aber wir hatten natürlich versprochen davon keine Fotos zu machen und darauf zu warten bis die Maschine vorgestellt wird. Bei diesen Maschinen soll dann das oben erwähnte Druckprofil möglich sein.

Nach der Werksbesichtigung und einem gemütlichen Mittagessen an der Kaffeebar ging Enrico noch etwas mehr ins Detail, was die Technik und den Aufbau der Maschinen betrifft.

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Der zweite Abend - Mittwoch
Nach unserem ersten Tag und vielen Informationen sind wir zurück ins Hotel und hatten kurz Zeit um etwas zu entspannen. Später sind wir mit Enrico in ein gutes Restaurant gegangen und Enrico bestellte für uns. Nach einem vorzüglichen Essen ging es noch ins Zentrum von Florenz. Dort gab es in der Bar San Marco einen Espresso auf einer alten La Marzocco. Laut Enrico die älteste in Florenz noch in Betrieb befindliche Maschine.

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Technisches Training Tag 2 - Donnerstag
Am Donnerstag ging es in der Früh von unserem Hotel zum Firmengelände und es warteten einige versteckte Fehler in einer präparierten Maschine auf uns. Wir konnten so gleich unser Wissen vom Tag zuvor anwenden, um die Maschine wieder funktionsfähig zu machen. Eine sehr gute Methode um Maschinen kennen zu lernen.

Der zweite Punkt an dem Tag war die Mühle Swift von La Marzocco. Diese Mühle mahlt grammgenau und verdichtet gleichzeitig das Kaffeemehl schichtweise. Also ideal für nicht ausgebildetes Personal. Enrico zeigte uns die Funktionsweise, den Mahlscheibenwechsel und die Mengeneinstellung an der Swift.

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Mittags haben wir eine Kleinigkeit in der Nähe der Firma gegessen (sehr gute Pasta!) und am Nachmittag standen noch einige Wartungsarbeiten, wie z.B. das Wechseln der Dichtungsringe, auf dem Programm. Gegen 16.00 Uhr, nachdem wir noch meine GS/3 eingeladen hatten, machten wir uns dann wieder auf den Heimweg zurück nach Deutschland.

Die Zeit ist schnell vergangen und es waren zwei sehr angenehme Tage in Florenz. La Marzocco ist wie eine große Familie und diese Atmosphäre hat man auch gespürt.
Wie die Qualität von La Marzocco ist und wie der Kaffee schmeckt werde ich in einem zukünftigen Post, wenn ich die GS/3 etwas länger getestet habe, schreiben. Bis jetzt bin ich mit meiner, abgesehen von ein paar Kleinigkeiten, sehr zufrieden.

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Vielen Dank für die Einladung nach Florenz!
„It‘s all about coffee“

Category: Neuigkeiten

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7 Responses

  1. Bjoern Dietrich says:

    Moin Jungs…
    …sehr schöner Beitrag, da wäre ich auch gerne mitgekommen. Beim nächsten Treffen will ich noch viel mehr von dem Trip hören. Bis die Tage, ich werde auch berichten, wenn ich aus Norwegen zurück bin!!!
    Grüße, Björn

    • tomschiessl says:

      Hallo Bjoern, freu mich auf schon auf deinen Bericht aus Oslo, ich schaffe es wohl leider nicht zur gleichen Zeit nach Oslo zu kommen. Grüße an dein Team und nach Berlin.

  2. Danke Tom, für die Eindrücke! Bin gespannt, wie die neue Generation mit der Druckregulierung während der Extraktion das Ergebnis beeinflusst.
    Und: ich hätte Euch zu gerne mit dem Gaskocher auf dem Rastplatz nen COE aufbrühen sehen! *radical coffee* eben ;-)

    • tomschiessl says:

      Man sieht v.a. Espresso ist ein sehr komplexes Thema, aber am Ende entscheidet dann immer der Geschmack. Bin auch gespannt wie sich die Ganze Szene weiterentwickelt…

      • wolfram says:

        Rastplätze voll mit knieenden, die Handmühle kurbelnden Aeropress Fanatikern… Ich weiss nicht, ob das ein gutes Bild abgibt ;)

  3. Wart ma ab… nächstes Jahr werden die sonnengetrockneten Kirschen auf dem Rastplatz ausgepackt. Dann geht’s erst ma an’s schälen… ;-)

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